Published On: Dezember 31st, 2025Kategorien: Chris & Katie Podcast, Freilernen/Unschooling

Chris&Katie Podcast #3 – Wenn wir neu starten würden: Unschooling im ehrlichen Rückblick

Heute ohne Burrito 🌯 (und warum das überhaupt wichtig ist)

Heute ohne Burrito. Heute ohne Burrito, genau. Kati hat schon gegessen. Und bevor jetzt irgendjemand innerlich unruhig wird: Ich habe auch keinen Burrito gegessen, sondern eine Salad Bowl mit Kartoffeln. Nur für alle, die sich wundern. In den ersten beiden Podcasts hatte Kati witzigerweise immer gerade den Burrito vor der Nase – obwohl das eigentlich gar nicht ihr normales Essen ist, aber da war’s eben so. Und heute, wie gesagt: Salad Bowl. Ja, und nur zur Aufklärung: natürlich vegan und glutenfrei. Das wollte ich irgendwie noch hinzufügen. Ich weiß nicht, ob Burritos immer vegan sind. Deins sind sie nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich glaube nicht. Unsere schon. Unsere sind vegan und glutenfrei, meistens. Ich glaube, der war aus Dinkel, oder? Ich weiß gar nicht, wo der rausgestanden ist – ich glaube, erst später. Und wen es interessiert: Ich habe irgendwie noch gar nicht gegessen. Ich esse meistens erst gegen später am Tag, und Kati verteilt’s lieber ein bisschen.

Willkommen zurück – und die Frage, die immer wieder kommt

Willkommen zurück. Wir machen einen neuen Podcast hier und haben uns überlegt, worüber wir heute sprechen. Zur Auswahl stand: noch mal weiter über die Themen vom letzten Mal – Reisen vorbereiten, Reisen durchführen mit den Tieren, mit den Kindern. Aber ich hatte eher das Gefühl, dass wir mal eine Frage beantworten sollten, die wir wirklich oft gestellt bekommen. Und die dreht sich darum: Wenn wir das alles noch mal machen würden – würden wir irgendwas an unserer Erziehung ändern? Oder an der Art, wie wir unseren Kindern Bildung zukommen lassen?

Und die ganz kurze Antwort ist: Ich sehe nicht, dass wir groß irgendwas anders machen würden. Wenn die Frage ist: Würden wir es noch mal so machen? Würden wir wieder unschoolen, wenn wir jetzt Kinder bekommen würden? Auf jeden Fall. Da gibt es eigentlich nicht viel zu überlegen. Aber wir können natürlich genauer hinschauen: Welche Vorteile sehen wir? Welche Nachteile – falls wir welche sehen?

Für mich ist die Grundantwort völlig klar: Auf jeden Fall würde ich wieder unschoolen. Und nicht nur homeschoolen, sondern wirklich unschoolen/worldschoolen. Und das ist vielleicht ein interessanter Aspekt: Ich habe schon das Gefühl, dass Unschooling und Worldschooling Hand in Hand gehen. Für mich wäre es immer wichtig, diesen Worldschooling-Part drin zu haben.

Unschooling + Worldschooling – warum das für uns zusammengehört 🌍

Wenn ich mir vorstelle, wir würden irgendwo stationär leben – also immer am selben Ort – dann würde ich auch unschoolen, ja. Aber ich glaube, dass dann ziemlich viel wegfällt. Was meine ich damit? Ich finde, dass durch die vielen Reisen – und auch andere Worldschooler, die ich kenne – die Kinder unterschiedliche Kulturen kennenlernen, Länder sehen, Perspektiven erleben. Das deckt ein riesiges Feld ab, das man gar nicht abdecken kann, wenn man immer nur an einer Stelle ist.

Und es ist eigentlich egal, ob man “unschoolt” oder in die Schule geht: Wir sind ja auch beide relativ lange am selben Ort groß geworden, im selben Haus – ich erst ab neun oder so, davor war ich auch viel unterwegs. Und ich habe das Gefühl, man verpasst da ganz schön viel an… ja, Bildung hört sich jetzt blöd an… Bildungsmöglichkeiten. Und nicht nur “Wissen”, sondern ein Blick auf die Welt, den man gar nicht bekommt, wenn man immer nur in einem Land ist. Außer du hast Eltern, die wirklich… ja, dann… Aber ich glaube, man kann das nur, wenn man’s selbst erlebt hat.

Ich war in meinem Leben in fast fünfzig Ländern. Und in vielen davon war ich wirklich lange. Dadurch hat sich mein Horizont erweitert, und ich habe eine andere Einstellung zur Welt bekommen, die ich nicht hatte, als ich nur in Deutschland war. Das ist sicher, ja. Weil man in so einem festen Land total geprägt wird: Deutsche Nachrichten, deutsches Fernsehen, deutsches Radio, deutsche Meinungen. Und man denkt lange: Das ist normal. Man hat so viele Beispiele, wo man denkt: “Ach so macht man das.” Und dann kommt man in andere Länder und merkt: “Oh… man macht es eigentlich gar nicht so.” Andere Länder machen vieles ganz anders.

Und lustigerweise passt das gerade: Selbst Spanien macht viele Sachen komplett anders als Deutschland. Beispiel? Weihnachten. Da sieht man es so schön: Wenn du in Deutschland groß wirst, denkst du als Kind: Jeder Mensch feiert Weihnachten so. Wenn du nicht gerade in einer Schule warst wie Kati, mit richtig vielen Nationalitäten, dann weißt du gar nicht, dass andere Nationalitäten gar kein Weihnachten feiern – oder es anders feiern.

Das ist für mich ein Sinnbild dafür: Man geht davon aus, “so ist das”. Und dann merkt man: “Es ist nur eine Version von vielen.” Und ja: Diese Erfahrung, diese Horizonterweiterung, ist etwas, das wir als wertvoll erachten – für uns und für unsere Kinder. Und deswegen würden wir es wieder so machen.

Was bedeutet Worldschooling für uns? 🧭

Worldschooling bedeutet für uns: Wir betrachten die Welt als Klassenzimmer. Wir machen Reisen seit Jahrzehnten zusammen als Familie – und ja, natürlich sind wir auch Touristen, aber durch Langzeitaufenthalte ist das noch mal ein anderer Status. Uns geht es vor allem darum, dass wir diese Reisen als Bildungsreisen verstehen.

Die Länder, die wir aussuchen, und die Orte, an denen wir immer wieder sind, sind oft gemünzt auf die Interessen, Themen und Projekte, die unsere Kinder gerade haben. Und wir finden in den Ländern Möglichkeiten, dass ihre Projekte – und die Felder, in denen sie gerade lernen – unterstützt werden durch die Umgebung, in der wir uns aufhalten. So verstehen wir Worldschooling.

Und da kommt noch etwas dazu: Reisen zwingt dich, dich selbst zu hinterfragen. Eigene Überzeugungen, eingeschliffene Handlungsweisen, Gedanken. Du musst dich immer wieder überprüfen: “Ist das so? Passt das? Stimmt das?” Wir empfinden das als sehr gesund und hilfreich – und wir geben das unseren Kindern gerne weiter. Immer wieder gucken: Kann man’s auch anders denken? Kann man’s anders machen?

Und was bedeutet Unschooling für uns? 🌱

Wichtig: Wir sprechen hier, wie wir das sehen – das kann man auch anders betrachten. Für uns bedeutet Unschooling: Kein Frontalunterricht, kein “wir geben vor, was wann und wie gelernt wird.” Sondern: interessensbasiert, aus dem Kind heraus. Wir begleiten so gut wir können, optimal, damit sie ihre Interessen, Projekte und Neigungen erforschen können – in der für sie stimmigen Art.

Und dann kommt immer die Frage: “Ja, aber was, wenn sie sich für etwas interessieren, wo man sich nicht auskennt?” Dann gehen wir los. Wenn jemand super matheinteressiert wäre und das unser Wissen übersteigt, dann schauen wir, ob wir jemanden finden, der unterstützen kann. So wie wir’s schon gemacht haben – Alex zum Beispiel. Wir hatten mal jemanden, der total mathebegeistert war. Alex war in der Gegend in Costa Rica und hat regelmäßig mit den Kindern gearbeitet und ihnen ein ganz neues Verständnis von Mathe beigebracht.

Und dann gibt es noch den Begriff Homeschooling: Kinder gehen nicht in die Schule, aber zu Hause wird vorgegeben, was sie lernen – man folgt einem Lehrplan. Auch Frontalunterricht. Das ist nicht, was wir machen. Haben wir nie gemacht.

Und wenn ich auf die Ursprungsfrage zurückkomme: Ich würde es wieder so machen. Auch wenn wir nicht sechs Kinder hätten. Ich würde mit zwei Kindern unschoolen. Mit einem Kind auch. Zumindest in Kombination mit Reisen. Ich weiß, nicht jeder kann reisen oder will das – aber wir reden hier ja darüber, wie es für uns passt.

Wir haben das ja auch schon erwähnt: Wir sind beide irgendwie… ich würde mich als Nomade bezeichnen. Ich habe das Gefühl, das ist tief verwurzelt. Ich wollte als Kind zum Zirkus – weil die immer in Bewegung sind. Bauwagen, unterwegs sein – fand ich immer cool.

Nachteile? Gefühlt… schwer zu finden 😄

Wenn wir jetzt über Vorteile oder Nachteile nachdenken: Ich muss echt überlegen. Ein “Nachteil” – wobei… ich weiß gar nicht, ob es ein Nachteil ist – eher etwas, das man begleiten darf: Wenn du das Leben sehr um Interessen und Neigungen herum baust, können theoretisch blinde Flecken entstehen. Du interessierst dich nur für das, was dich interessiert, und drehst dich vielleicht im Kreis.

Wir haben gesehen: Unsere erwachsenen Kinder haben alle den Clonlara-Schulabschluss gemacht in Amerika. Da gibt’s Begleiter, und es gibt gewisse Anforderungen (Credits), die dazu führen, dass man auch Lernfelder anschaut, die man sich sonst vielleicht nicht ausgesucht hätte – Chemie, Mathe, solche Sachen. Und unsere Kinder haben das eher als Bereicherung erlebt. Sie fanden es cool, herausgefordert zu werden – oder besser: Sie mussten gewisse Dinge machen, aber konnten trotzdem ihren Bezug finden. Das ist ja das Coole an Clonlara: Du bringst es in deinen Interessensbereich rein.

Aber ehrlich: Bei uns war das nie wirklich ein Problem. Und wahrscheinlich ist das Thema größer, wenn man nur ein oder zwei Kinder hat. Bei uns – mit so vielen Kindern und so vielen unterschiedlichen Interessensgebieten – bereichern die sich gegenseitig. Wir bereichern uns als Familie ständig.

Kati sagt auch ganz klar: Sie sieht keine Nachteile. Deshalb würde sie es ohne Zögern wieder machen. Wenn man sich “Nachteile” aus den Fingern saugen würde, könnte man sagen: Man ist beim Worldschooling vielleicht nicht so nah bei Verwandten. Aber auch das sehen wir persönlich nicht als Nachteil.

Und dann kommt etwas, das für manche Menschen ein Nachteil wäre, für Kati aber ein großer Vorteil: Du verbringst richtig viel Zeit mit deinen Kindern. Das ist ja der whole point. Keine Nannys, keine dauernde “Auslagerung”. Man lebt miteinander – den ganzen Tag. Für manche wäre das anstrengend. Kati liebt das.

Ein spannender Punkt: Freiheit ist auch eine Fähigkeit

Und dann sind wir auf etwas gekommen, das eher aus der Erfahrung kommt: Wenn Kinder ein paar Jahre in der Schule waren und dann plötzlich in ein freies System wechseln, kann es ihnen erstaunlich schwerfallen, mit dieser Freiheit umzugehen. Man sieht das auch in freien Schulen: Kinder, die zehn sind, können manchmal gar nicht mehr aufgenommen werden, weil sie mit “alles selber entscheiden” überfordert sind. Das kann ein Punkt sein – wenn man spät einsteigt, braucht es oft viel Begleitung. Und zwar nicht nur “Unschooling der Kinder”, sondern auch Unschooling der Eltern.

Denn: Keiner von uns – der jetzt hier zuhört – war selber Unschooler. Wir tragen Schule in uns. Und manchmal wird das unterschätzt: Eltern sagen “Wir sind jetzt Freilerner, wir gehen auf Weltreise”, aber innerlich nehmen sie den Schulstress mit: “Die ist sieben und kann noch nicht schreiben, stimmt da was nicht?” Solche Gedanken. Und das ist nicht der Umkehrschluss “Dann bleiben wir in der Schule”, sondern eher: Da darf Heilung und Entspannung passieren.

Und gleichzeitig merken wir: Wir konstruieren gerade “Nachteile”, die wir nicht wirklich sehen. Die ursprüngliche Frage war ja: Würden wir es noch mal so machen, und würden wir etwas anders machen?

Wenn wir beide sagen “Ja” und “Nein”, ist das keine Podcast-Folge. Also haben wir weiter geforscht. Und wir haben darüber gesprochen, wie oft wir von anderen hören: Regrets. “Hätte ich doch…” “Wäre es anders…” Und das ist in unserer Welt nicht so präsent. Weil wenn wir denken, etwas passt nicht, dann ändern wir es.

Was haben unsere Kinder gesagt? ❤️

Wir haben unsere Kinder gefragt: “Hey Kids, wie seht ihr das? Hättet ihr euch gewünscht, dass wir irgendwas anders machen?” Und im Grunde war die Antwort: Nee. Sie würden es mit ihren eigenen Kindern ganz genauso machen. Das sagt viel. Und einige hoffen natürlich, Partner zu finden, die da auch an Bord sind. Und die Stimmung war: Sie würden gern weiterreisen. Die Großen können das reflektieren, die Kleinen sind noch kleiner – aber alle sind zufrieden mit ihrem Leben und mögen es.

Und dann gab es ein, zwei Kleinigkeiten, über die wir sprechen können.

Harry Potter, Sensibilität und Achtsamkeit 🪄

Eine Sache kam eher von meiner Seite: Ich habe mich damals durchgesetzt, dass ich mit den großen Kindern Har

ry Potter lese und ein Ding draus mache. Es zog sich über Monate, vielleicht ein, zwei Jahre, bis wir alle sieben Bücher durch hatten. Ich habe vorgelesen. Ronja war noch jung. Und dann kam das Interesse an den Filmen. Und Yaro hat uns im Nachhinein gesagt, dass er das gruselig fand – er hätte es lieber später gesehen, zumindest die Filme.

Er war zehn. Zehn ist halt… und Ronja war noch viel kleiner, aber emotional stabiler, das hat sie nicht so getroffen. Yaro dagegen schon. Und wenn ich noch mal Kinder hätte, oder wenn ich es neu machen würde, wäre ich bei sowas vorsichtiger. Mit den kleineren sind wir da auch vorsichtiger.

Und ja: Das ist das gruseligste, was es bei uns gab. Sonst ist es eher Peppa Pig und so. Aber das ist ein interessantes Thema. Denn ich würde sagen: Unschooler entwickeln sich tendenziell anders als Schulkinder – je nachdem, wie viel Kontakt sie haben. Und aus meiner Beobachtung oft ein bisschen langsamer Richtung “Erwachsenwerden”. Nicht zurückgeblieben, sondern: Sie verlieren die Lust am Lernen und Spielen nicht. Lernen ist nicht “hart” und Spielen ist nicht “fun” – es ist zusammen. Und dieser Moment “Jetzt bin ich erwachsen, jetzt spiele ich nicht mehr” kommt irgendwie nicht.

Und dazu gehört – zumindest in unserer Beobachtung – dass unsere Kinder sensibler sind für komische Stories, Kindergeschichten, Energien. Vielleicht auch, weil wir (und ich besonders) hypersensitiv sind. Und wenn du dann sowas wie Harry Potter hast – seien wir ehrlich: Das ist kein Kinderstoff. Ich liebe Harry Potter, aber ich frage mich jedes Mal: Wie um Gottes Willen darf das ab sechs geschaut werden? Der erste Film ist aus meiner Sicht viel zu viel für ein sechsjähriges Kind. Und offenbar sogar für sensible Zehnjährige. Ich hätte das als Kind nicht gekonnt. Ich kenne Erwachsene, die sagen, sie können es nicht schauen, weil sie Angst haben.

Und hier kommt ein Punkt, den wir sehr klar fühlen: Als Eltern darf man extrem achtsam sein. Nicht, weil man kontrollieren will, sondern weil Kinder fein sind. Und weil viele Erwachsene – nicht nur “weil erwachsen”, sondern auch weil Schule – abgestumpfter werden gegenüber seltsamen Informationen.

Wir haben gestern über Disney gesprochen. Über Grimms Märchen. Wie viel Gruseliges und Seltsames da drin ist, das Kindern als “normal” gegeben wird. Und wir waren immer sehr achtsam, was unsere Kinder schauen, welche Geschichten wir ihnen geben, welchen Energien wir sie aussetzen. Und das war richtig so. Unsere Kleinste ist acht: Wir lassen da große Achtsamkeit walten – Menschen, Geschichten, Internet. Wir sind protective, gerade wenn sie jung sind. Und das ist richtig so.

Kati sagt auch: Sie hat damals schon gesagt, es ist zu früh, sie fühlt das nicht. Und das ist auch etwas, das sie macht: Probe schauen, Probe lesen. Sie kennt die Kinder gut und erlaubt dann manches nicht. Und da kommt ein spannender Aspekt rein: Unschooling ist nicht unparenting.

Unschooling ist nicht “alles erlauben” 🚦

Für uns heißt Unschooling nicht, dass Kinder immer alles machen dürfen. Es gibt Common Sense Regeln. Und es gibt Bereiche, wo wir extrem protective sind. Vielleicht sogar mehr als Familien mit Schulkindern. Aber wichtig: Wir verbieten nicht einfach “weil wir nicht wollen”. Da ist Thought dahinter. Aufmerksamkeit. Und die Kinder vertrauen uns, weil sie wissen: Wir tun das nicht willkürlich. Manchmal tauschen wir uns danach aus. Und es führt nicht zu rebellischen Reaktionen – weil sie generell so viel Freiheit haben und wissen: Wir sind auf ihrer Seite.

Unsere Regeln sind stimmig. Und sie werden von allen mitgetragen. Beispiel: Keine Schimpfwörter. Kein gegenseitiges Fertigmachen – verbal, emotional, physisch. Keine Gewalt. Und das ist für uns so logisch, dass wir manchmal vergessen, dass es in vielen Familien normal ist, dass Geschwister sich rumschubsen oder so. Bei uns ist das unacceptable. Und Kati und ich leben das vor: achtsame Sprache, achtsamer Umgang. Wenn man gut bei sich ist, kannst du da nicht gegen argumentieren.

Und ja, wir kennen das auch von außen: Auf einer Peaceweek oder mit anderen Familien ist Schimpfwörter-Thema. Manche sagen: “Ich muss doch Luft machen.” Jeder soll es so machen, wie es stimmig ist. Für uns ist es nicht stimmig. Wir wählen Sprache bewusst. Und die Kinder tragen das mit.

Fordern vs. Vertrauen – und die Teller-Geschichte 🍽️

Dann gab es noch eine grundsätzliche Frage, die immer mal wieder auftaucht – inspiriert durch eine befreundete Familie aus Amerika mit sieben Kindern. Mormonen. Strikter in manchen Dingen. Die Kinder haben mehr Aufgaben, werden mehr gefordert. Nicht gefördert – gefordert. Und wir haben gespürt: Wir fordern relativ wenig bewusst von unseren Kindern. Wir vertrauen. Wir unterstützen. Wir ermöglichen. Und ich (Chris) kenne es anders: In meiner Kindheit wurde viel gefordert. Leistung. Haushalt. Dinge tun, um Taschengeld zu bekommen, Aufmerksamkeit, Liebe. Und das sitzt in mir. Wie eine Zwiebelhaut, die sich schält: “Geht es wirklich ohne Forderung? Müssen wir mehr machen?”

Und gleichzeitig: Unsere Kinder machen viel. Sie helfen selbstverständlich. Kochen. Einkäufe tragen. Auto vor die Tür, die Großen räumen aus. Wir müssen das kaum “fordern”. Es passiert.

Kati sieht das ganz anders – und sie bringt ein Beispiel, das jeder Deutsche kennt: Das Kind hat gegessen, Teller steht. “Jetzt musst du aber deinen Teller wegräumen!” Kati hält davon wenig, weil sie denkt: Dann machen sie es nur, weil man es sagt. Und man erzeugt Druck. Sie geht lieber bewusst hin und sagt: “Guck mal, ich räum deinen Teller weg.” Weil sie möchte, dass die Kinder erleben: Es ist selbstverständlich, für andere etwas zu tun. Ihre Theorie: Kinder übernehmen das später aus sich heraus. Und man sieht das: Ein Großer räumt für den Kleinen etwas weg, ohne Drama. Und ja, später kann man höflich auffordern – aber nicht als Dauerprogramm “Wenn du das machst, musst du das machen.”

Kati sagt: Diese “Voraussetzungs-Sätze” zerstören kreativen Flow. Und Ronja – unsere sensible älteste Tochter – hat mal gesagt: Wenn ihr jemand so kommt (“Wenn du jetzt anfängst, musst du nachher…”) dann fühlt sie: Man will ihr sagen, sie soll gar nicht malen. Druck. Schnell machen. Vorsichtig sein. Und unser A und O ist Entwicklung.

Und dann bringt Kati noch ein Beispiel über mich: Ich musste früher super viel im Haushalt machen. Und trotzdem bin ich nicht der Typ, der jetzt mit glänzenden Augen sagt: “Ja, Putzen ist mein Hobby.” Ihre Theorie: Wenn man etwas unter Druck macht, entsteht Widerstand. Sie putzt übrigens auch nicht wahnsinnig gern – aber sie sieht das Leben wichtiger als dauernd alles zu putzen. Und sie meint nicht, dass immer sie putzt. Es geht um den Mechanismus: Druck erzeugt nicht automatisch Liebe zu einer Sache.

Und ich kann das nachvollziehen. Ich mag Ordnung fast ein bisschen mehr als Kati, glaube ich – Personality-Trade. Aber ich trage diesen “Du musst funktionieren”-Zwang aus Kindheit und Schule in mir. Teller wegräumen, leer essen, Haushalt, mithelfen – viel Druck und Zwang. Und es ist eine heilsame Entdeckung zu sehen: Verantwortungsgefühl entsteht nicht nur durch erzwungenes Verhalten. Es gibt andere Wege – über Vorleben, über Vertrauen, über ein Feld, in dem Hilfsbereitschaft normal ist.

Da passt auch das Zähneputzen-Beispiel: Einige Kinder konnten schon alleine, aber wollten, dass wir noch helfen. Nicht weil sie “unfähig” sind, sondern weil sie das Gefühl mögen: Da kümmert sich jemand. Ich erinnere mich auch an mein eigenes Kindsein: “Geh ins Bad, mach dich fertig” – allein. Und ich mochte es mehr, wenn meine Mutter mich begleitet hat. Auch wenn ich es alleine konnte.

Und das führt zurück zu dem, was wir vorher gesagt haben: Schule macht Kinder oft früh “cool” und früh “erwachsen”. Man soll kein Baby mehr sein. Man soll nicht kindisch sein. Und viele sind innerlich gar nicht bereit. Ich wäre viel länger gerne Kind geblieben, als es mir möglich war. Und ich finde es so wertvoll, dass unsere Jugendlichen und auch unsere Erwachsenen noch spielen – rumtollen, Quatsch machen, Spaß haben an Bewegung, an scheinbar kindlichen Dingen. Sie spielen mit dem Leben. Und das ist wunderschön.

Ich sitze da, die Katze kommt und will sich auf meine Brust legen, wo ich das Mikro halte – und ich merke: Das Familienleben ist oft heilsam für den kleinen Jungen, der ich mal war. Vieles war, wie es war. Auch wenn ich mir manches anders gewünscht hätte: Es hat mich gemacht zu dem, was ich heute bin. Und es hat uns hier hingeführt.

Keine Regrets – und warum das mehr ist als ein Spruch ✨

Und so sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Bereuen wir etwas? Würden wir etwas anders machen?

Nein. Und das ist schön. Und unsere Kinder sagen das auch: Sie sehen vor allem Inspiration in uns als Eltern und würden es ähnlich machen.

Wenn wir trotzdem “Regrets” benennen wollten, dann sind es eher zwei Dinge: Kati sagt, ihr einzigstes Regret sei, dass sie damals nicht stärker auf ihr Gefühl gehört hat und die Ausbildung weitergemacht hat, obwohl sie nie in dem Beruf gearbeitet hat. Sie wollte lieber zu Hause bleiben beim Benny. Aber sie bekam Druck von allen Seiten – Eltern, Umfeld, Mitbewohnerin, auch von uns als Paar. Und irgendwann dachte sie: “Na gut, dann zieh ich’s durch.” Aber sie fühlte damals schon: Es ist nicht richtig. Und ich (Chris) kann das nachvollziehen: Wir hatten auch wenig Mittel, wir waren in einer Situation, wo wir dachten, wir müssen Berufe machen, um Stabilität zu haben. Aber eigentlich haben wir im Bauch auch gefühlt: Zeit mit Benny ist wertvoll.

Und ich sage: Mein “Mini-Regret” wäre Harry Potter etwas später – vor allem die Filme – bei sensiblen Kindern.

Mehr ist da fast nicht.

Und da kommt wieder das Reisen rein: Wir waren damals jung. Anfang zwanzig. Elternschaft hat uns überrascht, das war nicht geplant. Wir waren die Ersten im Umfeld. Viel Druck. Aber unser Blessing war: Wir waren schon auf Reisen, als wir schwanger wurden. In Peru sahen wir Familien, andere Lebensmodelle. Weniger Stress. Mehr Natürlichkeit. Das war eine große Inspiration. Sonst wären wir vielleicht tiefer im Gesellschaftsdruck gelandet.

Wir sahen: In Thailand hat die Mutter das Kind im Laden dabei. In Peru läuft das Kind mit dem Vater auf dem Feld rum. Keine Trennung. Keine “Kinder müssen wegorganisiert werden.” Keine Kinderwagen. Keine Windeln. Kinder werden getragen. Das fühlte sich natürlich an. Wir sind damals mit dem Flow gegangen – vielleicht auch, weil wir jung waren und nicht alles überdacht haben. Und das war ein Blessing.

Das Beispiel Kinderbett ist auch so typisch: Die ganze Welt wollte uns einreden, wir brauchen ein Kinderbett. Kati sagte: “Warum? Soll er nicht einfach bei uns schlafen? Viel praktischer.” Wir haben das Kinderbett genommen, damit alle zufrieden sind – aber Benny lag nie drin. Er schlief bei uns. Wir haben’s schnell wieder sein lassen. Wir wussten: Die Welt draußen macht es so. Und oft auch, weil es praktischer ist.

Und so hat das frühe Reisen uns geholfen, den Status quo zu hinterfragen – und eine Stärke zu entwickeln, unseren Weg zu gehen. Und ja: Alle haben “vollgelabert”, mit den besten Intentionen. Keiner meint es böse. Aber man kann verwirrt sein, auch wenn man lieb meint.

Stress, Angst und das, was Kinder nicht tragen müssen 🧘‍♂️

Ein Punkt, den ich noch sagen möchte: Ich denke manchmal, ich hätte in meinem Leben weniger Stress machen können. Mehr vertrauen. Mehr in Liebe sein. Aber das ist meine innere Reise, nicht direkt Erziehung. Und ich finde, ich habe es relativ gut hinbekommen – auch mit Katis Hilfe – meinen Müll nicht auf die Kinder zu kippen. Kati hat mich ausgebremst, wenn ich zu sehr nach außen gegangen bin: “Chrissie, chill mal.” Und das war gut. Ich habe gelernt, Drama nicht nach draußen zu tragen, sondern achtsam zu sein.

Und das Spannende: Die Kinder haben uns neulich erzählt, sie haben gar nicht mitbekommen, dass wir früher wenig hatten. Wir wohnten ohne Möbel, und sie fanden’s cool: “Mehr Platz zum Spielen.” Das zeigt so schön: Viel Stress ist oft im Kopf der Erwachsenen, nicht im Feld der Kinder.

Kati sagt es auch klar: Wir halten Themen nicht “geheim”, aber wir spucken unseren Müll nicht vor den Kindern aus, damit sie ihn aufpicken. Unsere Verantwortung ist, Dinge eher aufzulösen – oder sie frei davon groß werden zu lassen.

Und Kati erzählt ein konkretes Bild von früher: Wenn ich von der Baustelle heimkam, war ich voll mit Hämmern und Bohren – Energie, Lautstärke. Und sie sagte: “Wenn du reinkommst, erde dich, reinige dich, komm ruhig rein.” Und das hat so einen Unterschied gemacht, dass ich es nicht mehr vergessen habe. Ich habe gesehen: Einmal laut rein, dann wird es chaotischer. Einmal geerdet rein, ruhig, setzen, fragen: “Wie ging’s euch heute?” – und alle entspannen. Und es tat auch mir gut. Nach einmal war klar: So gehört es.

Und wieder: no regrets. Ich hätte manches innerlich schneller wandeln können – nach außen konnte ich es kontrollieren, nach innen brauchte es Zeit. Aber es war mein Weg, und ich habe ihn familienfreundlich gestaltet.

Der Impuls zum Schluss: Regret ist vergeudete Energie 💛

Und daraus kommt ein Impuls, den ich euch weitergeben will, weil ich so oft höre: “Hätte ich doch…” Regret hat aus meiner Sicht nicht so einen richtigen Platz. Du kannst jetzt Dinge verbessern. Nur weil du früher etwas “falsch” gemacht hast, heißt das nicht, dass du es weiter so machst. Du kannst umstrukturieren, heilen, anders machen.

Selbst wenn du erwachsene Kinder hast: Heilung wird unterschätzt. Es ist so viel möglich zu heilen und aufzulösen. Bedauert nicht, was war – richtet euch jetzt neu aus. Jeden Tag gibt es die Möglichkeit, es neu und stimmig auszurichten.

Und auch wenn du denkst, du bist “spät”: Man unterschätzt, wie sehr die Veränderung der eigenen Welt alles um dich herum beeinflusst. Vor allem die Heilung der inneren Welt – wie stark das in Beziehungen und Familie strahlt. Das wird oft nicht ernst genug genommen.

Kati sagt: Reicht’s jetzt mal langsam? Ich bin talked out. Und ich finde: Das ist ein schönes Abschlusswort.

Danke fürs Zuhören – und jetzt seid ihr dran 🎧

Ihr Lieben, wir freuen uns wie immer, wenn ihr Kommentare hinterlasst. Wenn ihr es auf Spotify oder einer Podcast-Plattform hört: Lasst uns ein bisschen Liebe da. Wir sind noch neu, und ich freue mich über Herzchen – vor allem auf Spotify, das unser Hauptzuhause ist.

Schaut auf unserem Blog vorbei – dort ist auch das Zuhause für den Podcast, wo wir ihn immer veröffentlichen, mit einem Artikel dazu. Wir freuen uns über Anregungen, Fragen, Kommentare. Wir nehmen das auf, wie ihr seht.

Und ich will noch sagen: Gerne Follow-up-Fragen. Vielleicht waren wir heute ein bisschen all over the place – oder vielleicht auch nicht. Sagt uns, ob ihr uns folgen konntet. Wenn ihr Follow-up-Fragen habt, freuen wir uns.

Der Podcast ist auch so ausgerichtet, dass es ein Miteinander ist: Nicht nur wir erzählen, sondern wir arbeiten mit euren Fragen, euren Vorlagen. Wir lesen alles, besprechen es, und schauen, wie wir es in die nächste Folge einbauen können.

Und damit ist gut für heute.

Okay ihr Lieben, macht’s gut und bis zum nächsten Mal. Hasta luego. Bye bye. Ciao ciao. Und adieu. Auf Wiedersehen. Wie geht das Lied noch mal vom Kika? Kika, Kikaninchen… lol

Love ❤️ and Sunshine ☀️
Chris Kattoll
– Papa der SundanceFamily –

👨‍👩‍👧‍👦 Familie mit 6 Kindern
😇 Zusammen auf Weltreise seit 25 Jahren
💰 Visionär Investor & Pionier
✨ Energy Transformation Mentor
💎 3k+ Klienten – Business Coach
✨Wirken seit fast 30 Jahren zusammen als Paar für die Heilung dieses Planeten
📺 Seit 2008 YouTube Original
🇨🇷 Seit 2010 Base in Costa Rica

_______________________

Alle aktuellen Links: 👉 https://linktr.ee/ChrisKattoll
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Möglichkeiten für Begleitung & Zusammenarbeit!
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, gibt es zwei Wege, wie wir dich begleiten können:
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Audio des Soultalks

4 Kommentare

  1. Chris Kattoll 31. Dezember 2025 at 03:14 - Reply

    Was hattest du heute für Einsichten während des Podcasts.
    Und was hast du für Fragen an uns für unser nächstes Gespräch?

  2. Heidi 31. Dezember 2025 at 20:03 - Reply

    Hallo Katie,
    hallo Chris,
    ich habe keine Kinder, und es ist spannend Euch zuzuhören. Ich halte auch nichts von irgendwelchem Druck auf Kinder und bin in einem Elternhaus groß geworden, wo ich Liebe, Geborgenheit und Sicherheit erfahren durfte. Das hatte zur Folge, dass ich irgendwann freiwillig mein Zimmer aufräumte, meinen Eltern im Haushalt geholfen habe und als Erwachsene regelmäßig und sehr gerne meine Eltern besuchte; alles aus meinem Herzen heraus. Liebe lässt Liebe erblühen, Geborgenheit und Sicherheit gibt Stand im Leben und Freude am Geben.
    Schön, wie Ihr mit Euren Kindern lebt!
    Von Herzen
    Heidi

  3. Elisabeth 1. Januar 2026 at 07:44 - Reply

    Liebe Katie, lieber Chris,

    vielen Dank für eure wunderbaren Podcast-Folgen! Ich finde eure Sichtweise immer so inspirierend und heilsam, jedes Mal wird mein Horizont wieder ein wenig erweitert – danke dafür :)

    Eine Frage stelle ich mir schon lange, seit ich euch folge und würde mich freuen, wenn ihr darüber mal sprecht: Warum fliegt ihr so viel? Das ganze CO2 ist ja nicht gut für unsere schöne Erde und ihr hättet doch auch die Zeit, den Weg als solches intensiver zu erfahren mit Zug/Schiff/Bus… Außerdem habt ihr ja eine gewisse Vorbildwirkung mit eurer Bekanntheit. Oder ist es euch provokativ gefragt egal, welche Auswirkungen euer Reisestil hat, weil ihr reich seid und euch immer gute Lebensbedingungen kaufen könnt?

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antwort!

    Alles Liebe, Elisabeth

    • Chris Kattoll 4. Januar 2026 at 16:58 - Reply

      Selbstverständlich haben wir uns da ausführlich und sehr viel mit auseinandergesetzt. Leider sind da viele Deutsche komplett fehlgeleitet und falsch informiert.
      Der Flugverkehr macht nur circa 2-3 % des jährlichen CO2 Ausstoßes aus.
      Nur allein der Fleischkonsum (Abholzung des Regenwaldes für Sojaproduktion und Weideland, Methan-Austoss, usw) ist 7-10 mal so hoch!
      Der größte Ausstoß ist für Industrie und Energie. Es wird so unglaublich viel Energie verbrannt, um alles zu heizen und am laufen zu halten im kalten Norden bei euch.
      Wir sind seit 20 Jahren vegan, und sehr einfach in den Tropen, und haben fast so lang keine Heizung mehr benutzt.

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Chris&Katie Podcast #3 – Wenn wir neu starten würden: Unschooling im ehrlichen Rückblick

Heute ohne Burrito 🌯 (und warum das überhaupt wichtig ist)

Heute ohne Burrito. Heute ohne Burrito, genau. Kati hat schon gegessen. Und bevor jetzt irgendjemand innerlich unruhig wird: Ich habe auch keinen Burrito gegessen, sondern eine Salad Bowl mit Kartoffeln. Nur für alle, die sich wundern. In den ersten beiden Podcasts hatte Kati witzigerweise immer gerade den Burrito vor der Nase – obwohl das eigentlich gar nicht ihr normales Essen ist, aber da war’s eben so. Und heute, wie gesagt: Salad Bowl. Ja, und nur zur Aufklärung: natürlich vegan und glutenfrei. Das wollte ich irgendwie noch hinzufügen. Ich weiß nicht, ob Burritos immer vegan sind. Deins sind sie nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich glaube nicht. Unsere schon. Unsere sind vegan und glutenfrei, meistens. Ich glaube, der war aus Dinkel, oder? Ich weiß gar nicht, wo der rausgestanden ist – ich glaube, erst später. Und wen es interessiert: Ich habe irgendwie noch gar nicht gegessen. Ich esse meistens erst gegen später am Tag, und Kati verteilt’s lieber ein bisschen.

Willkommen zurück – und die Frage, die immer wieder kommt

Willkommen zurück. Wir machen einen neuen Podcast hier und haben uns überlegt, worüber wir heute sprechen. Zur Auswahl stand: noch mal weiter über die Themen vom letzten Mal – Reisen vorbereiten, Reisen durchführen mit den Tieren, mit den Kindern. Aber ich hatte eher das Gefühl, dass wir mal eine Frage beantworten sollten, die wir wirklich oft gestellt bekommen. Und die dreht sich darum: Wenn wir das alles noch mal machen würden – würden wir irgendwas an unserer Erziehung ändern? Oder an der Art, wie wir unseren Kindern Bildung zukommen lassen?

Und die ganz kurze Antwort ist: Ich sehe nicht, dass wir groß irgendwas anders machen würden. Wenn die Frage ist: Würden wir es noch mal so machen? Würden wir wieder unschoolen, wenn wir jetzt Kinder bekommen würden? Auf jeden Fall. Da gibt es eigentlich nicht viel zu überlegen. Aber wir können natürlich genauer hinschauen: Welche Vorteile sehen wir? Welche Nachteile – falls wir welche sehen?

Für mich ist die Grundantwort völlig klar: Auf jeden Fall würde ich wieder unschoolen. Und nicht nur homeschoolen, sondern wirklich unschoolen/worldschoolen. Und das ist vielleicht ein interessanter Aspekt: Ich habe schon das Gefühl, dass Unschooling und Worldschooling Hand in Hand gehen. Für mich wäre es immer wichtig, diesen Worldschooling-Part drin zu haben.

Unschooling + Worldschooling – warum das für uns zusammengehört 🌍

Wenn ich mir vorstelle, wir würden irgendwo stationär leben – also immer am selben Ort – dann würde ich auch unschoolen, ja. Aber ich glaube, dass dann ziemlich viel wegfällt. Was meine ich damit? Ich finde, dass durch die vielen Reisen – und auch andere Worldschooler, die ich kenne – die Kinder unterschiedliche Kulturen kennenlernen, Länder sehen, Perspektiven erleben. Das deckt ein riesiges Feld ab, das man gar nicht abdecken kann, wenn man immer nur an einer Stelle ist.

Und es ist eigentlich egal, ob man “unschoolt” oder in die Schule geht: Wir sind ja auch beide relativ lange am selben Ort groß geworden, im selben Haus – ich erst ab neun oder so, davor war ich auch viel unterwegs. Und ich habe das Gefühl, man verpasst da ganz schön viel an… ja, Bildung hört sich jetzt blöd an… Bildungsmöglichkeiten. Und nicht nur “Wissen”, sondern ein Blick auf die Welt, den man gar nicht bekommt, wenn man immer nur in einem Land ist. Außer du hast Eltern, die wirklich… ja, dann… Aber ich glaube, man kann das nur, wenn man’s selbst erlebt hat.

Ich war in meinem Leben in fast fünfzig Ländern. Und in vielen davon war ich wirklich lange. Dadurch hat sich mein Horizont erweitert, und ich habe eine andere Einstellung zur Welt bekommen, die ich nicht hatte, als ich nur in Deutschland war. Das ist sicher, ja. Weil man in so einem festen Land total geprägt wird: Deutsche Nachrichten, deutsches Fernsehen, deutsches Radio, deutsche Meinungen. Und man denkt lange: Das ist normal. Man hat so viele Beispiele, wo man denkt: “Ach so macht man das.” Und dann kommt man in andere Länder und merkt: “Oh… man macht es eigentlich gar nicht so.” Andere Länder machen vieles ganz anders.

Und lustigerweise passt das gerade: Selbst Spanien macht viele Sachen komplett anders als Deutschland. Beispiel? Weihnachten. Da sieht man es so schön: Wenn du in Deutschland groß wirst, denkst du als Kind: Jeder Mensch feiert Weihnachten so. Wenn du nicht gerade in einer Schule warst wie Kati, mit richtig vielen Nationalitäten, dann weißt du gar nicht, dass andere Nationalitäten gar kein Weihnachten feiern – oder es anders feiern.

Das ist für mich ein Sinnbild dafür: Man geht davon aus, “so ist das”. Und dann merkt man: “Es ist nur eine Version von vielen.” Und ja: Diese Erfahrung, diese Horizonterweiterung, ist etwas, das wir als wertvoll erachten – für uns und für unsere Kinder. Und deswegen würden wir es wieder so machen.

Was bedeutet Worldschooling für uns? 🧭

Worldschooling bedeutet für uns: Wir betrachten die Welt als Klassenzimmer. Wir machen Reisen seit Jahrzehnten zusammen als Familie – und ja, natürlich sind wir auch Touristen, aber durch Langzeitaufenthalte ist das noch mal ein anderer Status. Uns geht es vor allem darum, dass wir diese Reisen als Bildungsreisen verstehen.

Die Länder, die wir aussuchen, und die Orte, an denen wir immer wieder sind, sind oft gemünzt auf die Interessen, Themen und Projekte, die unsere Kinder gerade haben. Und wir finden in den Ländern Möglichkeiten, dass ihre Projekte – und die Felder, in denen sie gerade lernen – unterstützt werden durch die Umgebung, in der wir uns aufhalten. So verstehen wir Worldschooling.

Und da kommt noch etwas dazu: Reisen zwingt dich, dich selbst zu hinterfragen. Eigene Überzeugungen, eingeschliffene Handlungsweisen, Gedanken. Du musst dich immer wieder überprüfen: “Ist das so? Passt das? Stimmt das?” Wir empfinden das als sehr gesund und hilfreich – und wir geben das unseren Kindern gerne weiter. Immer wieder gucken: Kann man’s auch anders denken? Kann man’s anders machen?

Und was bedeutet Unschooling für uns? 🌱

Wichtig: Wir sprechen hier, wie wir das sehen – das kann man auch anders betrachten. Für uns bedeutet Unschooling: Kein Frontalunterricht, kein “wir geben vor, was wann und wie gelernt wird.” Sondern: interessensbasiert, aus dem Kind heraus. Wir begleiten so gut wir können, optimal, damit sie ihre Interessen, Projekte und Neigungen erforschen können – in der für sie stimmigen Art.

Und dann kommt immer die Frage: “Ja, aber was, wenn sie sich für etwas interessieren, wo man sich nicht auskennt?” Dann gehen wir los. Wenn jemand super matheinteressiert wäre und das unser Wissen übersteigt, dann schauen wir, ob wir jemanden finden, der unterstützen kann. So wie wir’s schon gemacht haben – Alex zum Beispiel. Wir hatten mal jemanden, der total mathebegeistert war. Alex war in der Gegend in Costa Rica und hat regelmäßig mit den Kindern gearbeitet und ihnen ein ganz neues Verständnis von Mathe beigebracht.

Und dann gibt es noch den Begriff Homeschooling: Kinder gehen nicht in die Schule, aber zu Hause wird vorgegeben, was sie lernen – man folgt einem Lehrplan. Auch Frontalunterricht. Das ist nicht, was wir machen. Haben wir nie gemacht.

Und wenn ich auf die Ursprungsfrage zurückkomme: Ich würde es wieder so machen. Auch wenn wir nicht sechs Kinder hätten. Ich würde mit zwei Kindern unschoolen. Mit einem Kind auch. Zumindest in Kombination mit Reisen. Ich weiß, nicht jeder kann reisen oder will das – aber wir reden hier ja darüber, wie es für uns passt.

Wir haben das ja auch schon erwähnt: Wir sind beide irgendwie… ich würde mich als Nomade bezeichnen. Ich habe das Gefühl, das ist tief verwurzelt. Ich wollte als Kind zum Zirkus – weil die immer in Bewegung sind. Bauwagen, unterwegs sein – fand ich immer cool.

Nachteile? Gefühlt… schwer zu finden 😄

Wenn wir jetzt über Vorteile oder Nachteile nachdenken: Ich muss echt überlegen. Ein “Nachteil” – wobei… ich weiß gar nicht, ob es ein Nachteil ist – eher etwas, das man begleiten darf: Wenn du das Leben sehr um Interessen und Neigungen herum baust, können theoretisch blinde Flecken entstehen. Du interessierst dich nur für das, was dich interessiert, und drehst dich vielleicht im Kreis.

Wir haben gesehen: Unsere erwachsenen Kinder haben alle den Clonlara-Schulabschluss gemacht in Amerika. Da gibt’s Begleiter, und es gibt gewisse Anforderungen (Credits), die dazu führen, dass man auch Lernfelder anschaut, die man sich sonst vielleicht nicht ausgesucht hätte – Chemie, Mathe, solche Sachen. Und unsere Kinder haben das eher als Bereicherung erlebt. Sie fanden es cool, herausgefordert zu werden – oder besser: Sie mussten gewisse Dinge machen, aber konnten trotzdem ihren Bezug finden. Das ist ja das Coole an Clonlara: Du bringst es in deinen Interessensbereich rein.

Aber ehrlich: Bei uns war das nie wirklich ein Problem. Und wahrscheinlich ist das Thema größer, wenn man nur ein oder zwei Kinder hat. Bei uns – mit so vielen Kindern und so vielen unterschiedlichen Interessensgebieten – bereichern die sich gegenseitig. Wir bereichern uns als Familie ständig.

Kati sagt auch ganz klar: Sie sieht keine Nachteile. Deshalb würde sie es ohne Zögern wieder machen. Wenn man sich “Nachteile” aus den Fingern saugen würde, könnte man sagen: Man ist beim Worldschooling vielleicht nicht so nah bei Verwandten. Aber auch das sehen wir persönlich nicht als Nachteil.

Und dann kommt etwas, das für manche Menschen ein Nachteil wäre, für Kati aber ein großer Vorteil: Du verbringst richtig viel Zeit mit deinen Kindern. Das ist ja der whole point. Keine Nannys, keine dauernde “Auslagerung”. Man lebt miteinander – den ganzen Tag. Für manche wäre das anstrengend. Kati liebt das.

Ein spannender Punkt: Freiheit ist auch eine Fähigkeit

Und dann sind wir auf etwas gekommen, das eher aus der Erfahrung kommt: Wenn Kinder ein paar Jahre in der Schule waren und dann plötzlich in ein freies System wechseln, kann es ihnen erstaunlich schwerfallen, mit dieser Freiheit umzugehen. Man sieht das auch in freien Schulen: Kinder, die zehn sind, können manchmal gar nicht mehr aufgenommen werden, weil sie mit “alles selber entscheiden” überfordert sind. Das kann ein Punkt sein – wenn man spät einsteigt, braucht es oft viel Begleitung. Und zwar nicht nur “Unschooling der Kinder”, sondern auch Unschooling der Eltern.

Denn: Keiner von uns – der jetzt hier zuhört – war selber Unschooler. Wir tragen Schule in uns. Und manchmal wird das unterschätzt: Eltern sagen “Wir sind jetzt Freilerner, wir gehen auf Weltreise”, aber innerlich nehmen sie den Schulstress mit: “Die ist sieben und kann noch nicht schreiben, stimmt da was nicht?” Solche Gedanken. Und das ist nicht der Umkehrschluss “Dann bleiben wir in der Schule”, sondern eher: Da darf Heilung und Entspannung passieren.

Und gleichzeitig merken wir: Wir konstruieren gerade “Nachteile”, die wir nicht wirklich sehen. Die ursprüngliche Frage war ja: Würden wir es noch mal so machen, und würden wir etwas anders machen?

Wenn wir beide sagen “Ja” und “Nein”, ist das keine Podcast-Folge. Also haben wir weiter geforscht. Und wir haben darüber gesprochen, wie oft wir von anderen hören: Regrets. “Hätte ich doch…” “Wäre es anders…” Und das ist in unserer Welt nicht so präsent. Weil wenn wir denken, etwas passt nicht, dann ändern wir es.

Was haben unsere Kinder gesagt? ❤️

Wir haben unsere Kinder gefragt: “Hey Kids, wie seht ihr das? Hättet ihr euch gewünscht, dass wir irgendwas anders machen?” Und im Grunde war die Antwort: Nee. Sie würden es mit ihren eigenen Kindern ganz genauso machen. Das sagt viel. Und einige hoffen natürlich, Partner zu finden, die da auch an Bord sind. Und die Stimmung war: Sie würden gern weiterreisen. Die Großen können das reflektieren, die Kleinen sind noch kleiner – aber alle sind zufrieden mit ihrem Leben und mögen es.

Und dann gab es ein, zwei Kleinigkeiten, über die wir sprechen können.

Harry Potter, Sensibilität und Achtsamkeit 🪄

Eine Sache kam eher von meiner Seite: Ich habe mich damals durchgesetzt, dass ich mit den großen Kindern Har

ry Potter lese und ein Ding draus mache. Es zog sich über Monate, vielleicht ein, zwei Jahre, bis wir alle sieben Bücher durch hatten. Ich habe vorgelesen. Ronja war noch jung. Und dann kam das Interesse an den Filmen. Und Yaro hat uns im Nachhinein gesagt, dass er das gruselig fand – er hätte es lieber später gesehen, zumindest die Filme.

Er war zehn. Zehn ist halt… und Ronja war noch viel kleiner, aber emotional stabiler, das hat sie nicht so getroffen. Yaro dagegen schon. Und wenn ich noch mal Kinder hätte, oder wenn ich es neu machen würde, wäre ich bei sowas vorsichtiger. Mit den kleineren sind wir da auch vorsichtiger.

Und ja: Das ist das gruseligste, was es bei uns gab. Sonst ist es eher Peppa Pig und so. Aber das ist ein interessantes Thema. Denn ich würde sagen: Unschooler entwickeln sich tendenziell anders als Schulkinder – je nachdem, wie viel Kontakt sie haben. Und aus meiner Beobachtung oft ein bisschen langsamer Richtung “Erwachsenwerden”. Nicht zurückgeblieben, sondern: Sie verlieren die Lust am Lernen und Spielen nicht. Lernen ist nicht “hart” und Spielen ist nicht “fun” – es ist zusammen. Und dieser Moment “Jetzt bin ich erwachsen, jetzt spiele ich nicht mehr” kommt irgendwie nicht.

Und dazu gehört – zumindest in unserer Beobachtung – dass unsere Kinder sensibler sind für komische Stories, Kindergeschichten, Energien. Vielleicht auch, weil wir (und ich besonders) hypersensitiv sind. Und wenn du dann sowas wie Harry Potter hast – seien wir ehrlich: Das ist kein Kinderstoff. Ich liebe Harry Potter, aber ich frage mich jedes Mal: Wie um Gottes Willen darf das ab sechs geschaut werden? Der erste Film ist aus meiner Sicht viel zu viel für ein sechsjähriges Kind. Und offenbar sogar für sensible Zehnjährige. Ich hätte das als Kind nicht gekonnt. Ich kenne Erwachsene, die sagen, sie können es nicht schauen, weil sie Angst haben.

Und hier kommt ein Punkt, den wir sehr klar fühlen: Als Eltern darf man extrem achtsam sein. Nicht, weil man kontrollieren will, sondern weil Kinder fein sind. Und weil viele Erwachsene – nicht nur “weil erwachsen”, sondern auch weil Schule – abgestumpfter werden gegenüber seltsamen Informationen.

Wir haben gestern über Disney gesprochen. Über Grimms Märchen. Wie viel Gruseliges und Seltsames da drin ist, das Kindern als “normal” gegeben wird. Und wir waren immer sehr achtsam, was unsere Kinder schauen, welche Geschichten wir ihnen geben, welchen Energien wir sie aussetzen. Und das war richtig so. Unsere Kleinste ist acht: Wir lassen da große Achtsamkeit walten – Menschen, Geschichten, Internet. Wir sind protective, gerade wenn sie jung sind. Und das ist richtig so.

Kati sagt auch: Sie hat damals schon gesagt, es ist zu früh, sie fühlt das nicht. Und das ist auch etwas, das sie macht: Probe schauen, Probe lesen. Sie kennt die Kinder gut und erlaubt dann manches nicht. Und da kommt ein spannender Aspekt rein: Unschooling ist nicht unparenting.

Unschooling ist nicht “alles erlauben” 🚦

Für uns heißt Unschooling nicht, dass Kinder immer alles machen dürfen. Es gibt Common Sense Regeln. Und es gibt Bereiche, wo wir extrem protective sind. Vielleicht sogar mehr als Familien mit Schulkindern. Aber wichtig: Wir verbieten nicht einfach “weil wir nicht wollen”. Da ist Thought dahinter. Aufmerksamkeit. Und die Kinder vertrauen uns, weil sie wissen: Wir tun das nicht willkürlich. Manchmal tauschen wir uns danach aus. Und es führt nicht zu rebellischen Reaktionen – weil sie generell so viel Freiheit haben und wissen: Wir sind auf ihrer Seite.

Unsere Regeln sind stimmig. Und sie werden von allen mitgetragen. Beispiel: Keine Schimpfwörter. Kein gegenseitiges Fertigmachen – verbal, emotional, physisch. Keine Gewalt. Und das ist für uns so logisch, dass wir manchmal vergessen, dass es in vielen Familien normal ist, dass Geschwister sich rumschubsen oder so. Bei uns ist das unacceptable. Und Kati und ich leben das vor: achtsame Sprache, achtsamer Umgang. Wenn man gut bei sich ist, kannst du da nicht gegen argumentieren.

Und ja, wir kennen das auch von außen: Auf einer Peaceweek oder mit anderen Familien ist Schimpfwörter-Thema. Manche sagen: “Ich muss doch Luft machen.” Jeder soll es so machen, wie es stimmig ist. Für uns ist es nicht stimmig. Wir wählen Sprache bewusst. Und die Kinder tragen das mit.

Fordern vs. Vertrauen – und die Teller-Geschichte 🍽️

Dann gab es noch eine grundsätzliche Frage, die immer mal wieder auftaucht – inspiriert durch eine befreundete Familie aus Amerika mit sieben Kindern. Mormonen. Strikter in manchen Dingen. Die Kinder haben mehr Aufgaben, werden mehr gefordert. Nicht gefördert – gefordert. Und wir haben gespürt: Wir fordern relativ wenig bewusst von unseren Kindern. Wir vertrauen. Wir unterstützen. Wir ermöglichen. Und ich (Chris) kenne es anders: In meiner Kindheit wurde viel gefordert. Leistung. Haushalt. Dinge tun, um Taschengeld zu bekommen, Aufmerksamkeit, Liebe. Und das sitzt in mir. Wie eine Zwiebelhaut, die sich schält: “Geht es wirklich ohne Forderung? Müssen wir mehr machen?”

Und gleichzeitig: Unsere Kinder machen viel. Sie helfen selbstverständlich. Kochen. Einkäufe tragen. Auto vor die Tür, die Großen räumen aus. Wir müssen das kaum “fordern”. Es passiert.

Kati sieht das ganz anders – und sie bringt ein Beispiel, das jeder Deutsche kennt: Das Kind hat gegessen, Teller steht. “Jetzt musst du aber deinen Teller wegräumen!” Kati hält davon wenig, weil sie denkt: Dann machen sie es nur, weil man es sagt. Und man erzeugt Druck. Sie geht lieber bewusst hin und sagt: “Guck mal, ich räum deinen Teller weg.” Weil sie möchte, dass die Kinder erleben: Es ist selbstverständlich, für andere etwas zu tun. Ihre Theorie: Kinder übernehmen das später aus sich heraus. Und man sieht das: Ein Großer räumt für den Kleinen etwas weg, ohne Drama. Und ja, später kann man höflich auffordern – aber nicht als Dauerprogramm “Wenn du das machst, musst du das machen.”

Kati sagt: Diese “Voraussetzungs-Sätze” zerstören kreativen Flow. Und Ronja – unsere sensible älteste Tochter – hat mal gesagt: Wenn ihr jemand so kommt (“Wenn du jetzt anfängst, musst du nachher…”) dann fühlt sie: Man will ihr sagen, sie soll gar nicht malen. Druck. Schnell machen. Vorsichtig sein. Und unser A und O ist Entwicklung.

Und dann bringt Kati noch ein Beispiel über mich: Ich musste früher super viel im Haushalt machen. Und trotzdem bin ich nicht der Typ, der jetzt mit glänzenden Augen sagt: “Ja, Putzen ist mein Hobby.” Ihre Theorie: Wenn man etwas unter Druck macht, entsteht Widerstand. Sie putzt übrigens auch nicht wahnsinnig gern – aber sie sieht das Leben wichtiger als dauernd alles zu putzen. Und sie meint nicht, dass immer sie putzt. Es geht um den Mechanismus: Druck erzeugt nicht automatisch Liebe zu einer Sache.

Und ich kann das nachvollziehen. Ich mag Ordnung fast ein bisschen mehr als Kati, glaube ich – Personality-Trade. Aber ich trage diesen “Du musst funktionieren”-Zwang aus Kindheit und Schule in mir. Teller wegräumen, leer essen, Haushalt, mithelfen – viel Druck und Zwang. Und es ist eine heilsame Entdeckung zu sehen: Verantwortungsgefühl entsteht nicht nur durch erzwungenes Verhalten. Es gibt andere Wege – über Vorleben, über Vertrauen, über ein Feld, in dem Hilfsbereitschaft normal ist.

Da passt auch das Zähneputzen-Beispiel: Einige Kinder konnten schon alleine, aber wollten, dass wir noch helfen. Nicht weil sie “unfähig” sind, sondern weil sie das Gefühl mögen: Da kümmert sich jemand. Ich erinnere mich auch an mein eigenes Kindsein: “Geh ins Bad, mach dich fertig” – allein. Und ich mochte es mehr, wenn meine Mutter mich begleitet hat. Auch wenn ich es alleine konnte.

Und das führt zurück zu dem, was wir vorher gesagt haben: Schule macht Kinder oft früh “cool” und früh “erwachsen”. Man soll kein Baby mehr sein. Man soll nicht kindisch sein. Und viele sind innerlich gar nicht bereit. Ich wäre viel länger gerne Kind geblieben, als es mir möglich war. Und ich finde es so wertvoll, dass unsere Jugendlichen und auch unsere Erwachsenen noch spielen – rumtollen, Quatsch machen, Spaß haben an Bewegung, an scheinbar kindlichen Dingen. Sie spielen mit dem Leben. Und das ist wunderschön.

Ich sitze da, die Katze kommt und will sich auf meine Brust legen, wo ich das Mikro halte – und ich merke: Das Familienleben ist oft heilsam für den kleinen Jungen, der ich mal war. Vieles war, wie es war. Auch wenn ich mir manches anders gewünscht hätte: Es hat mich gemacht zu dem, was ich heute bin. Und es hat uns hier hingeführt.

Keine Regrets – und warum das mehr ist als ein Spruch ✨

Und so sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Bereuen wir etwas? Würden wir etwas anders machen?

Nein. Und das ist schön. Und unsere Kinder sagen das auch: Sie sehen vor allem Inspiration in uns als Eltern und würden es ähnlich machen.

Wenn wir trotzdem “Regrets” benennen wollten, dann sind es eher zwei Dinge: Kati sagt, ihr einzigstes Regret sei, dass sie damals nicht stärker auf ihr Gefühl gehört hat und die Ausbildung weitergemacht hat, obwohl sie nie in dem Beruf gearbeitet hat. Sie wollte lieber zu Hause bleiben beim Benny. Aber sie bekam Druck von allen Seiten – Eltern, Umfeld, Mitbewohnerin, auch von uns als Paar. Und irgendwann dachte sie: “Na gut, dann zieh ich’s durch.” Aber sie fühlte damals schon: Es ist nicht richtig. Und ich (Chris) kann das nachvollziehen: Wir hatten auch wenig Mittel, wir waren in einer Situation, wo wir dachten, wir müssen Berufe machen, um Stabilität zu haben. Aber eigentlich haben wir im Bauch auch gefühlt: Zeit mit Benny ist wertvoll.

Und ich sage: Mein “Mini-Regret” wäre Harry Potter etwas später – vor allem die Filme – bei sensiblen Kindern.

Mehr ist da fast nicht.

Und da kommt wieder das Reisen rein: Wir waren damals jung. Anfang zwanzig. Elternschaft hat uns überrascht, das war nicht geplant. Wir waren die Ersten im Umfeld. Viel Druck. Aber unser Blessing war: Wir waren schon auf Reisen, als wir schwanger wurden. In Peru sahen wir Familien, andere Lebensmodelle. Weniger Stress. Mehr Natürlichkeit. Das war eine große Inspiration. Sonst wären wir vielleicht tiefer im Gesellschaftsdruck gelandet.

Wir sahen: In Thailand hat die Mutter das Kind im Laden dabei. In Peru läuft das Kind mit dem Vater auf dem Feld rum. Keine Trennung. Keine “Kinder müssen wegorganisiert werden.” Keine Kinderwagen. Keine Windeln. Kinder werden getragen. Das fühlte sich natürlich an. Wir sind damals mit dem Flow gegangen – vielleicht auch, weil wir jung waren und nicht alles überdacht haben. Und das war ein Blessing.

Das Beispiel Kinderbett ist auch so typisch: Die ganze Welt wollte uns einreden, wir brauchen ein Kinderbett. Kati sagte: “Warum? Soll er nicht einfach bei uns schlafen? Viel praktischer.” Wir haben das Kinderbett genommen, damit alle zufrieden sind – aber Benny lag nie drin. Er schlief bei uns. Wir haben’s schnell wieder sein lassen. Wir wussten: Die Welt draußen macht es so. Und oft auch, weil es praktischer ist.

Und so hat das frühe Reisen uns geholfen, den Status quo zu hinterfragen – und eine Stärke zu entwickeln, unseren Weg zu gehen. Und ja: Alle haben “vollgelabert”, mit den besten Intentionen. Keiner meint es böse. Aber man kann verwirrt sein, auch wenn man lieb meint.

Stress, Angst und das, was Kinder nicht tragen müssen 🧘‍♂️

Ein Punkt, den ich noch sagen möchte: Ich denke manchmal, ich hätte in meinem Leben weniger Stress machen können. Mehr vertrauen. Mehr in Liebe sein. Aber das ist meine innere Reise, nicht direkt Erziehung. Und ich finde, ich habe es relativ gut hinbekommen – auch mit Katis Hilfe – meinen Müll nicht auf die Kinder zu kippen. Kati hat mich ausgebremst, wenn ich zu sehr nach außen gegangen bin: “Chrissie, chill mal.” Und das war gut. Ich habe gelernt, Drama nicht nach draußen zu tragen, sondern achtsam zu sein.

Und das Spannende: Die Kinder haben uns neulich erzählt, sie haben gar nicht mitbekommen, dass wir früher wenig hatten. Wir wohnten ohne Möbel, und sie fanden’s cool: “Mehr Platz zum Spielen.” Das zeigt so schön: Viel Stress ist oft im Kopf der Erwachsenen, nicht im Feld der Kinder.

Kati sagt es auch klar: Wir halten Themen nicht “geheim”, aber wir spucken unseren Müll nicht vor den Kindern aus, damit sie ihn aufpicken. Unsere Verantwortung ist, Dinge eher aufzulösen – oder sie frei davon groß werden zu lassen.

Und Kati erzählt ein konkretes Bild von früher: Wenn ich von der Baustelle heimkam, war ich voll mit Hämmern und Bohren – Energie, Lautstärke. Und sie sagte: “Wenn du reinkommst, erde dich, reinige dich, komm ruhig rein.” Und das hat so einen Unterschied gemacht, dass ich es nicht mehr vergessen habe. Ich habe gesehen: Einmal laut rein, dann wird es chaotischer. Einmal geerdet rein, ruhig, setzen, fragen: “Wie ging’s euch heute?” – und alle entspannen. Und es tat auch mir gut. Nach einmal war klar: So gehört es.

Und wieder: no regrets. Ich hätte manches innerlich schneller wandeln können – nach außen konnte ich es kontrollieren, nach innen brauchte es Zeit. Aber es war mein Weg, und ich habe ihn familienfreundlich gestaltet.

Der Impuls zum Schluss: Regret ist vergeudete Energie 💛

Und daraus kommt ein Impuls, den ich euch weitergeben will, weil ich so oft höre: “Hätte ich doch…” Regret hat aus meiner Sicht nicht so einen richtigen Platz. Du kannst jetzt Dinge verbessern. Nur weil du früher etwas “falsch” gemacht hast, heißt das nicht, dass du es weiter so machst. Du kannst umstrukturieren, heilen, anders machen.

Selbst wenn du erwachsene Kinder hast: Heilung wird unterschätzt. Es ist so viel möglich zu heilen und aufzulösen. Bedauert nicht, was war – richtet euch jetzt neu aus. Jeden Tag gibt es die Möglichkeit, es neu und stimmig auszurichten.

Und auch wenn du denkst, du bist “spät”: Man unterschätzt, wie sehr die Veränderung der eigenen Welt alles um dich herum beeinflusst. Vor allem die Heilung der inneren Welt – wie stark das in Beziehungen und Familie strahlt. Das wird oft nicht ernst genug genommen.

Kati sagt: Reicht’s jetzt mal langsam? Ich bin talked out. Und ich finde: Das ist ein schönes Abschlusswort.

Danke fürs Zuhören – und jetzt seid ihr dran 🎧

Ihr Lieben, wir freuen uns wie immer, wenn ihr Kommentare hinterlasst. Wenn ihr es auf Spotify oder einer Podcast-Plattform hört: Lasst uns ein bisschen Liebe da. Wir sind noch neu, und ich freue mich über Herzchen – vor allem auf Spotify, das unser Hauptzuhause ist.

Schaut auf unserem Blog vorbei – dort ist auch das Zuhause für den Podcast, wo wir ihn immer veröffentlichen, mit einem Artikel dazu. Wir freuen uns über Anregungen, Fragen, Kommentare. Wir nehmen das auf, wie ihr seht.

Und ich will noch sagen: Gerne Follow-up-Fragen. Vielleicht waren wir heute ein bisschen all over the place – oder vielleicht auch nicht. Sagt uns, ob ihr uns folgen konntet. Wenn ihr Follow-up-Fragen habt, freuen wir uns.

Der Podcast ist auch so ausgerichtet, dass es ein Miteinander ist: Nicht nur wir erzählen, sondern wir arbeiten mit euren Fragen, euren Vorlagen. Wir lesen alles, besprechen es, und schauen, wie wir es in die nächste Folge einbauen können.

Und damit ist gut für heute.

Okay ihr Lieben, macht’s gut und bis zum nächsten Mal. Hasta luego. Bye bye. Ciao ciao. Und adieu. Auf Wiedersehen. Wie geht das Lied noch mal vom Kika? Kika, Kikaninchen… lol

Love ❤️ and Sunshine ☀️
Chris Kattoll
– Papa der SundanceFamily –

👨‍👩‍👧‍👦 Familie mit 6 Kindern
😇 Zusammen auf Weltreise seit 25 Jahren
💰 Visionär Investor & Pionier
✨ Energy Transformation Mentor
💎 3k+ Klienten – Business Coach
✨Wirken seit fast 30 Jahren zusammen als Paar für die Heilung dieses Planeten
📺 Seit 2008 YouTube Original
🇨🇷 Seit 2010 Base in Costa Rica

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Wenn du tiefer einsteigen möchtest, gibt es zwei Wege, wie wir dich begleiten können:
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Audio des Soultalks

4 Kommentare

  1. Chris Kattoll 31. Dezember 2025 at 03:14 - Reply

    Was hattest du heute für Einsichten während des Podcasts.
    Und was hast du für Fragen an uns für unser nächstes Gespräch?

  2. Heidi 31. Dezember 2025 at 20:03 - Reply

    Hallo Katie,
    hallo Chris,
    ich habe keine Kinder, und es ist spannend Euch zuzuhören. Ich halte auch nichts von irgendwelchem Druck auf Kinder und bin in einem Elternhaus groß geworden, wo ich Liebe, Geborgenheit und Sicherheit erfahren durfte. Das hatte zur Folge, dass ich irgendwann freiwillig mein Zimmer aufräumte, meinen Eltern im Haushalt geholfen habe und als Erwachsene regelmäßig und sehr gerne meine Eltern besuchte; alles aus meinem Herzen heraus. Liebe lässt Liebe erblühen, Geborgenheit und Sicherheit gibt Stand im Leben und Freude am Geben.
    Schön, wie Ihr mit Euren Kindern lebt!
    Von Herzen
    Heidi

  3. Elisabeth 1. Januar 2026 at 07:44 - Reply

    Liebe Katie, lieber Chris,

    vielen Dank für eure wunderbaren Podcast-Folgen! Ich finde eure Sichtweise immer so inspirierend und heilsam, jedes Mal wird mein Horizont wieder ein wenig erweitert – danke dafür :)

    Eine Frage stelle ich mir schon lange, seit ich euch folge und würde mich freuen, wenn ihr darüber mal sprecht: Warum fliegt ihr so viel? Das ganze CO2 ist ja nicht gut für unsere schöne Erde und ihr hättet doch auch die Zeit, den Weg als solches intensiver zu erfahren mit Zug/Schiff/Bus… Außerdem habt ihr ja eine gewisse Vorbildwirkung mit eurer Bekanntheit. Oder ist es euch provokativ gefragt egal, welche Auswirkungen euer Reisestil hat, weil ihr reich seid und euch immer gute Lebensbedingungen kaufen könnt?

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antwort!

    Alles Liebe, Elisabeth

    • Chris Kattoll 4. Januar 2026 at 16:58 - Reply

      Selbstverständlich haben wir uns da ausführlich und sehr viel mit auseinandergesetzt. Leider sind da viele Deutsche komplett fehlgeleitet und falsch informiert.
      Der Flugverkehr macht nur circa 2-3 % des jährlichen CO2 Ausstoßes aus.
      Nur allein der Fleischkonsum (Abholzung des Regenwaldes für Sojaproduktion und Weideland, Methan-Austoss, usw) ist 7-10 mal so hoch!
      Der größte Ausstoß ist für Industrie und Energie. Es wird so unglaublich viel Energie verbrannt, um alles zu heizen und am laufen zu halten im kalten Norden bei euch.
      Wir sind seit 20 Jahren vegan, und sehr einfach in den Tropen, und haben fast so lang keine Heizung mehr benutzt.

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